Geschichte der Ev. Möhne-Kirchengemeinde

Im Tal der Möhne , eines Nebenflusses der Ruhr, finden wir Orte mit einer langen Geschichte , die auch immer verbunden war mit der Geschichte der Religionsgemeinschaften.

Das Geschlecht derer von Bockum – Dolffs zu Völlinghausen wurde durch die Reformation protestantisch. So bildete sich in dem Möhneort Völlinghausen mit den in und um den Gutshof lebenden Menschen die erste evangelische Gemeinde im Kirchspiel Neuengeseke. Die Gottesdienste u. Andachten fanden zu der Zeit in der Bibliothek des Gutshauses statt.

Um 1890 ließ Florens III. Felix v. Bockum – Dolffs an der Syringerstrasse in Völlinghausen eine kleine neugotische Kapelle errrichten. Diese Kapelle hatte die Form eines Kreuzes. Mindestens alle 14 Tage musste der Pfarrer aus Neuengeseke am Sonntagnachmittag einen Gottesdienst in der Völlinghausener Kapelle halten.

1945 kamen nach Vertreibung u. Flucht aus dem früher überwiegend evangelischen Osten unseres Landes viele Menschen in die Dörfer rund um den Möhnesee. So wuchs die evangelische Gemeinde in dieser Zeit beträchtlich. Häufig zählte man über 100 Besucher in den Gottesdiensten. Darum beantragte die Kirchengemeinde beim Landeskirchenamt in Bielefeld die Entsendung eines Pfarrers nach Völlinghausen.

1951 wurde der Beschäftigungsauftrag des damaligen Pfarrers von Bielefeld aus in eine feste Pfarrstelle umgewandelt und die Evangelische Möhne – Kirchengemeinde gegründet.

Am 13. Juli 1960 beschloss das damalige Presbyterium die neugotische kleine Kapelle abzureissen und durch einen Neubau mit mindestens 150 Sitzplätzen und einem Gemeinderaum zu ersetzen. Zu Ostern 1962 feierte man in der Kapelle die letzten Gottesdienste , nach 68 Jahren genügte sie den Ansprüchen der Gemeinde wohl nicht mehr.

Noch heute aber sind die Altargeräte und die Messingleuchter in den Gottesdiensten in Gebrauch. Ebenso erinnert ein geschnitztes Holzkreuz an die erste evangelische Kirche an der Möhne. Auch der Klang der Orgel aus der Werkstatt Sauer aus Frankfurt/ Oder , die weit bekannt war für Qualität, erfreut noch heute die Gottesdienstbesucher. Das Presbyterium beauftrage den Architekten Mumme aus Lippstadt an gleicher Stelle eine neue Kirche mit einzel stehenden Turm zu errichten, die heutige „ Heilig Geist Kirche“. Die drei Glocken des Turms wurden von den Brüdern Günzel gespendet. Die größte Glocke trägt als Inschrift die Jahreszahl 1962 u. den Bibelvers 1. Kor. 12. Vers 3.

Der Klang der Glocken wurde mit dem Geläut der kath. St. Lucia Kirche in Völlinghausen abgestimmt.

Auch im Zentralort am Möhnesee in Körbecke wurde der Bedarf einer evangelischen Kirche nach dem Krieg deutlich, da die gesamte Kirchengemeinde mittlerweile auf 1200 Gläubige angewachsen war. Der Ruhrverband als Eigentümer der Talsperre bot der Gemeinde ein Grundstück an der Seestrasse in Körbecke an. 1951 wurde in Körbecke ein eigener Pfarrbezirk mit eigenem Presbyterium, Siegel und Haushalt gegründet. Noch heute wird Wert darauf gelegt, dass sich das Presbyterium der evangelischen Möhne - Kirchen - Gemeinde möglichst aus 4 Mitgliedern der westlichen u. 4 Mitgliedern der östlichen Gemeindedörfer zusammensetzt. Bei der Ausschmückung der neuen Kirche leistete die Soester Wiese – Georgs – Gemeinde brüderliche Amtshilfe, indem sie der Möhne Kirchengemeinde 12 Apostelfiguren überließ. Die neue Kirche am Ufer des Möhnesees hatte nun ein respektables Kunstwerk aufzuweisen und gleichzeitig einen Namen:                " Zwölf Apostel Kirche ".

 

 

Taufbecken Heilig-Geist Kirche

Altar Zwölf Apostel Kirche